Die Apfelblüte steht in Ober- und Niederbayern kurz bevor. Wegen der großen Trockenheit und der erwarteten warmen Temperaturen in den nächsten Tagen wird sie wohl auch in diesem Jahr beschleunigt ablaufen. Damit verkürzt sich das Zeitfenster für die Bestäubung. Die Bienen müssen daher auf Hochtouren arbeiten, um möglichst viele Blüten zu besuchen. Weil aber sowohl Wild- als auch Wirtschaftsbienen seit Jahren zurückgehen, kommt die Bestäubungsleistung mancherorts spürbar an Ihre Grenzen.

Apfelblüte wird nur wenige Tage dauern.

Nach Auskunft des Pomologen Dr. Sebastian Grünwald müssen in einer Blüte 3 bis 4 Samenanlagen bestäubt werden, damit sich eine Frucht ausbilden kann. Wenn dafür die Zeit nicht reicht, wirft der Baum sie frühzeitig ab. Ein guter Fruchtansatz ist aber stets die Voraussetzung für eine gute Ernte, denn bis zur Reife dünnt sich der Fruchtbehang durch viele Faktoren aus.

Die frostigen Nächte der letzten Tage und die starken Temperaturschwankungen bis zu den sommerlichen Temperaturen am Tag dürften den Apfelbäumen in der Region bislang nicht allzu sehr geschadet haben. „Das können die Bäume ab, es ist schon erstaunlich, was unsere Bäume aushalten“, sagt er. „Im Obstbau spüren wir aber die Auswirkungen des Klimawandels sehr stark. Durch den fulminanten Frühling beginnt die Obstblüte immer früher.“ Je weiter die Blüten entwickelt sind, desto empfindlicher werden sie aber. Voll geöffnete Blüten vertragen allenfalls noch ganz leichten Frost. Kommen zu einer unzureichenden Bestäubung der Blüten noch späte Fröste hinzu, kann dies die Erträge der Obstgärten empfindlich treffen. Bei einer ähnlichen Wetterlage in 2017 vernichtete ein Spätfrost im Mai bayernweit nahezu die ganze Apfel-Erne.